Was, wenn Gott dem Menschen begegnet ist?
Die Spur Jesu
Spur 21 von 24 · Christus

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Das Licht ist jetzt neben dir. In Jesus Christus ist Gott Mensch geworden und kommt dir entgegen.
Was, wenn Gott dem Menschen begegnet ist? Ein Gedanke über Jesus Christus, den wahren Gott und wahren Menschen, und den Weg zum Vater im Glauben.
Lies die ganze SpurDie Frage
Wer ist Jesus?
Der Gedanke
Im Jahr 64 brennt Rom. Kaiser Nero schiebt die Schuld den Christen zu. Gut fünfzig Jahre später erklärt der römische Historiker Tacitus in seinen Annalen, woher ihr Name kommt: Er geht auf Christus zurück, der unter Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet wurde. Tacitus schreibt als Gegner und nennt das Christentum einen „verderblichen Aberglauben“. Darum hat sein beiläufiger Hinweis Gewicht.
Um 93 n. Chr. berichtet der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus von der Steinigung des Jakobus in Jerusalem im Jahr 62 und nennt dabei Jesus, „der Christus genannt wird“. In einem Brief an Kaiser Trajan schildert der Statthalter Plinius der Jüngere um 112 n. Chr. Christen, die sich vor Sonnenaufgang versammeln und Christus „wie einem Gott“ ein Lied singen. Dass Jesus von Nazaret gelebt hat, gilt in der Forschung als gesichert; als besonders gut belegt gelten seine Taufe durch Johannes und seine Kreuzigung um das Jahr 30. Jesus steht in der Geschichte, bezeugt auch von Fremden und Gegnern.
Was dieser Gedanke nahelegt
Die Quellen zeigen einen Menschen an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit. Ein Mann aus Galiläa wird am Kreuz hingerichtet; wenige Generationen später singen ihm Menschen im fernen Kleinasien Lieder wie einem Gott.
Die Evangelien lassen erkennen, woher diese Verehrung kommt. Jesus lehrt „wie einer, der Vollmacht hat“ (Mk 1,22). Zu einem Gelähmten sagt er: „Mein Sohn, deine sind dir vergeben!“ (Mk 2,5). Einige Schriftgelehrte, die dabeisitzen, denken in ihrem Herzen: „Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?“ (Mk 2,7). Zu Philippus sagt Jesus: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen“ (Joh 14,9). Wer Jesus ist, zeigt sich an seinem Wort und seinem Handeln; die historische Gestalt und ihr Anspruch gehören zusammen. Wer nach Gott fragt, fragt damit nach einer konkreten Person. In Jesus sucht Gott den Menschen.
Ein ehrlicher Einwand
Jesus war vielleicht nur ein guter Lehrer.
Eine Antwort
Ein guter Lehrer ist Jesus gewiss. Jesus spricht von sich selbst mit einem Anspruch, der jeden Lehrer übersteigt. Der britische Schriftsteller C. S. Lewis hat das in seinem Buch „Pardon, ich bin Christ“ (1952) an der Sündenvergebung gezeigt: Jeder kann vergeben, was man ihm selbst angetan hat. Jesus vergibt Menschen, was sie anderen angetan haben, als sei er selbst der, gegen den sich jede Schuld richtet. Sinn ergibt das, wenn er der Gott ist, dessen Liebe in jeder Schuld verletzt wird.
Daraus folgt für Lewis eine Wahl: Wer so spricht, ist ein Lügner, ein Wahnsinniger oder der Herr. Jesus selbst hat die Frage nach Lewis so gestellt, dass sie eine Antwort auf seine Person verlangt. Der stellt dieselbe Frage so: „Entweder lästert Jesus Gott, indem er vergibt, da er sich dann als Mensch Gott gleichsetzt, oder er spricht die Wahrheit und seine Person vergegenwärtigt und offenbart den Namen Gottes“ (KKK 589).
Kritiker nennen eine vierte Möglichkeit: Vielleicht ist der Anspruch eine spätere Legende. Die frühesten Quellen zeigen ihn schon am Anfang: Paulus schreibt seine ersten Briefe in den 50er-Jahren, gut zwanzig Jahre nach Jesu Tod, und bekennt Jesus dort bereits als Herrn. Lewis’ Zuspitzung lädt dazu ein, Jesus beim Wort zu nehmen.
Prüfe die Möglichkeiten
Jesus spricht und handelt mit einer Vollmacht, die nach einer Antwort verlangt. Wähle eine Möglichkeit und sieh, welche der sieben Beobachtungen sie trägt.
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Vergebung aus Vollmacht getragen offen
Jesus vergibt Sünden aus eigener Vollmacht: „Deine Sünden sind dir vergeben“ (Mk 2,5). Die Schriftgelehrten verstehen darin einen Anspruch Gottes (Mk 2,7).
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„Ich aber sage euch“ getragen offen
Jesus stellt sein Wort neben das Gesetz vom Sinai (Mt 5,22) und nennt den Menschensohn Herrn über den Sabbat (Mk 2,28).
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Vor dem Hohen Rat getragen offen
Im ältesten Evangelium bejaht Jesus vor dem Hohen Rat, der Messias zu sein, und spricht vom Menschensohn zur Rechten Gottes; das Urteil lautet Gotteslästerung (Mk 14,61–64).
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Klare, tiefe Lehre getragen offen
Bergpredigt, Feindesliebe und Gleichnisse wie der verlorene Sohn verbinden klare Worte mit tiefer Einsicht. Auch Kritiker achten diese Lehre bis heute.
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Leben im Einklang getragen offen
Jesus wendet sich Armen, Kranken und Sündern zu, geht wehrlos in den Tod und bittet für seine Henker (Lk 23,34). Sein Leben verkörpert seine Lehre.
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Früh als Herr verehrt getragen offen
Um das Jahr 55 stellt Paulus den einen Herrn Jesus Christus neben den einen Gott, den Vater (1 Kor 8,6). So verehren jüdische Monotheisten Jesus gut zwanzig Jahre nach seinem Tod.
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Zeugen von Ostern getragen offen
Aus geflohenen Jüngern werden Zeugen, die ihr Leben einsetzen. Das Bekenntnis in 1 Kor 15,3–8 reicht in die ersten Jahre nach Jesu Tod.
Glaube bleibt eine freie Antwort. Die Prüfung führt zu Jesus selbst und zu der Frage, wer er für dich ist.
Katholische Vertiefung
Das Johannesevangelium fasst das Geheimnis dieser Person in einen Satz: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt“ (Joh 1,14). Die bekennt: „Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch“ (KKK 464). Das Konzil von Nizäa bekannte 325 den Sohn als „gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater“ (KKK 465); das Konzil von Chalkedon lehrte 451, dass Christus „in zwei Naturen unvermischt, unveränderlich, ungetrennt und unteilbar erkannt wird“ (KKK 467).
In Jesus wird Gott sichtbar. Seine Sündenvergebung offenbart ihn als den rettenden Gott selbst (KKK 594). Darum beginnt der Glaube mit einer Begegnung. Das ewige Wort tritt in Geschichte, Armut, Leiden und Tod ein und öffnet dem Menschen den Weg zum Vater. Wer ihm begegnet, erkennt in ihm auch sich selbst.
„Tatsächlich klärt sich nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes das Geheimnis des Menschen wahrhaft auf.“
Eine Frage an dich
Hast du Jesus je selbst gefragt, wer er ist?
Ein schlichtes Gebet
Jesus Christus, wenn du der Sohn Gottes bist, dann zeig mir dein Angesicht.
Seitenwege
Christus
Am Ende steht eine Person: Jesus Christus, der auferstanden ist, in seiner Kirche lebt und im Gebet angesprochen werden kann.
- 21 Die Spur Jesu
- 22 Die Spur der Auferstehung
- 23 Die Spur der Kirche
- 24 Die Spur des Gebets